Was ist Fitness?

von Prof. Dr. Johannes Maucher Okt. 17, 2016 HRV , Gesundheit

Es war einmal ein Mensch. Vor langer langer Zeit. Als es noch keine Häuser und Maschinen und Computer gab. Vor Fastfood und Low-Carb. Vor Turnschuhen mit Boosting- und Gel- und Air. Überhaupt vor jeder Form von Sesshaftigkeit. Dieser Mensch mußte jagen. Und er mußte flüchten, weil er leider nicht der einzige Jäger war. Überleben konnte er diesen täglichen Kampf nur wenn er fit genug war. Dafür legte ihm der liebe Gott - oder die Evolution - ein ausgetüfteltes Kontrollsystem mit in die Wiege. Im Angesicht der Gefahr oder in der Aussicht einer Beute mobilisiert ein Teil dieses Systems sämtliche Funktionen, die für eine erfolgreiche Jagd oder Flucht notwendig sind: Die Atemwege erweitern sich, das Herz schlägt schneller und kräftiger und die Darmaktivität wird gehemmt.


Viele Tausend Jahre später nennen die Nachkommen unseres Jägers dieses Kontrollsystem das Autonome Nervensystem und kürzen es mit ANS ab. Und den Teil des Systems, der den Körper zur maximalen Leistungsfähigkeit hochfährt, nennen sie Sympathikus.

 

Der Sympathikus unseres urzeitlichen Freundes läßt ihn seinem Jäger entkommen und seine Beute fangen.

Reicht das aus fürs Überleben?

Nein!

Nach der Jagd ist vor der Jagd. Der Kampf geht immer weiter und weiter und langfristig überlebt nur, wer sich zwischen den High-Performance Abschnitten schnell und ausreichend erholt. Hierfür hat der liebe Gott - oder die Evolution - den zweiten Teil unseres Autonomen Nervensystems geschaffen: den Parasympathikus. Er sorgt dafür, dass sich das Herz-Kreislaufsystem wieder beruhigt, die Muskeln sich entspannen, die Verdauung und der Stoffwechsel angeregt und unsere leeren Zellen mit neuer Energie betankt werden.

Fitness heißt also nicht nur gut gewappnet für den Kampf zu sein. Fitness ist auch Erholungsfähigkeit. 

 

Erstaunlich ist, dass sich über all die Jahrtausende, trotz aller Zivilisation, unser Innenleben so gut wie nicht verändert hat. Das ANS funktioniert noch wie zu Urzeiten. Wir müssen nicht mehr jagen - zumindest nicht für die Nahrungsaufnahme. Und wir werden nicht mehr gejagt - zumindest nicht von wilden Tieren. Aber wir rennen als Marathonläufer durch Städte, über Berge und durch Wüsten. Wir springen als Basejumper von Hochhäusern und wir stemmen schwere Gewichte vor Spiegelwänden. Wir wollen fit sein, und wir wollen messen wie fit wir sind. 

Wir wissen jetzt, dass unsere Fitness wesentlich von der Leistungsfähigkeit des sympathischen und des parasympathischen Systems abhängt. 

Was Sie vielleicht noch nicht wissen, aber in diesem Blog lernen können: Mit Spikee kann man immer und überall die sympathische und die parasympathische Aktivierung messen und damit seine Fitness und Fitnessentwicklung bestimmen